Galileo Galilei wurde 1564 in Pisa geboren und studierte an der Universität seiner Heimatstadt. Er wurde Mathematiker und Naturforscher und lehrte später in Padua. Mit Experimenten und sorgfältigen Beobachtungen beschäftigte er sich mit Bewegung, Mechanik und den Himmelskörpern. Als er 1609 ein verbessertes Fernrohr auf den Nachthimmel richtete, begann eine entscheidende Phase seiner Forschung.
1610 veröffentlichte er Sidereus Nuncius (Sternenbote), worin er unter anderem die unebene Oberfläche des Mondes und vier Monde des Jupiter beschrieb. Auch seine Beobachtungen der Venusphasen lieferten wichtige Einwände gegen das traditionelle Weltbild. Galilei verteidigte das heliozentrische System von Kopernikus und geriet damit sowohl mit kirchlichen Autoritäten als auch mit wissenschaftlichen Gegnern in Konflikt.
1616 warnte ihn Kardinal Bellarmin davor, die Bewegung der Erde als erwiesene Tatsache zu vertreten. Nach der Veröffentlichung seines Dialogs über die beiden hauptsächlichsten Weltsysteme im Jahr 1632 wurde der Streit erneut aufgerollt. 1633 erklärte ihn die Römische Inquisition der Ketzerei für schwer verdächtig; Galilei wurde unter Hausarrest gestellt. Er starb 1642 in Arcetri. Seine Erkenntnisse prägten die moderne Experimentalwissenschaft, während sein Prozess zum Sinnbild der Spannungen zwischen Forschung und Autorität wurde.