Pius V. wurde 1504 als Antonio Ghislieri in Bosco bei Alessandria geboren. Schon als junger Mann trat er dem Dominikanerorden bei und nahm den Ordensnamen Michele an. Als Theologe, Inquisitor und später Kardinal war er für seine bescheidene Lebensführung und seine strengen Glaubensauffassungen bekannt. 1566 wurde er zum Papst gewählt.
Die Umsetzung der Beschlüsse des Konzils von Trient gehörte zu seinen wichtigsten Aufgaben. Unter seiner Leitung erschienen ein neuer Römischer Katechismus, ein Brevier und 1570 eine überarbeitete Fassung des Römischen Messbuchs. Damit sollte die katholische Lehre und Liturgie stärker vereinheitlicht werden. Zugleich ging Pius V. entschieden gegen protestantische Bewegungen und andere Gruppen vor, die er als Bedrohung der Glaubenseinheit betrachtete.
Sein Pontifikat war auch von militärischen Ereignissen geprägt. Pius V. förderte die Bildung der Heiligen Liga, deren Flotte 1571 bei Lepanto einen bedeutenden Sieg über die Osmanen errang. Er starb 1572 in Rom und wurde 1712 heiliggesprochen. Sein Vermächtnis verkörpert zwei Seiten der Gegenreformation: die Erneuerung des katholischen Lebens und die strikte Durchsetzung kirchlicher Glaubensgrenzen.