Sixtus V. wurde 1521 als Felice Peretti im italienischen Grottammare geboren. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, trat dem Franziskanerorden bei und stieg als Prediger, Verwalter und Kardinal auf. Als er 1585 zum Papst gewählt wurde, wollte er sowohl im Kirchenstaat als auch in der Leitung der katholischen Kirche für Ordnung sorgen.
Sixtus V. ging streng gegen Kriminalität und Missstände in der Verwaltung vor, reformierte die Finanzen und stärkte die zentrale Kirchenleitung. 1588 ordnete er die Römische Kurie neu und schuf fünfzehn ständige Kongregationen mit klaren Zuständigkeiten. Auch das Stadtbild Roms veränderte sich unter ihm: Straßen wurden angelegt, die Wasserversorgung verbessert und antike Obelisken an neuen Orten aufgestellt. Die Versetzung des Obelisken auf dem Petersplatz im Jahr 1586 gehörte zu den berühmtesten technischen Leistungen seines Pontifikats.
Seine Regierung war tatkräftig, aber häufig rücksichtslos und umstritten. Zugleich verlieh er Rom als Hauptstadt einer erneuerten katholischen Welt ein neues Gesicht. Sixtus V. starb 1590 nach nur fünfjähriger Amtszeit. Er hinterließ ein besonders sichtbares Erbe: eine straffer organisierte Verwaltung und eine Stadt, deren Gestalt bis heute von seinen Plänen geprägt ist.